07.05.2025
Exchange Server SE – Neuerungen im Überblick

Bereits vor einiger Zeit hat Microsoft für eine Reihe von Produkten ein Supportende im Oktober 2025 angekündigt. Im Fokus stand dabei besonders das nahende Ende von Windows 10. Aber auch Produkte wie Office (2016 & 2019), Exchange Server (2016 & 2019) sowie Skype for Business Server (2015 & 2019) stehen vor dem Aus.
Gerade im Falle von Exchange Server herrschte lange Zeit Ungewissheit über die Zukunft. Seit längerem war bekannt, dass Exchange Server künftig in Form einer Subscription Edition (SE) verfügbar sein soll – ein Modell, das bereits bei SharePoint Server zum Einsatz kommt. Lange Zeit hielt sich Microsoft allerdings eher bedeckt, was Details wie Erscheinungsdatum oder Lizenzierung betraf.
Mittlerweile wurde jedoch bestätigt, dass Exchange Server SE im Juli 2025 erscheinen wird und auch Details zur Lizenzierung und den Upgrade-Möglichkeiten von älteren Versionen wurden nun nach und nach veröffentlicht.
Im heutigen Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf Exchange Server SE und zeigen Ihnen, wie Sie sich im Vorfeld der Veröffentlichung auf den Umstieg vorbereiten können.
Änderungen im Überblick
Die wichtigste Änderung mit dem Erscheinen von Exchange Server SE ist der künftige Wegfall von Einzellizenzen als Einmalkauf. Stattdessen setzt Microsoft, wie auch der Name Subscription Edition bereits andeutet, zukünftig auf ein Abonnement-Modell.
Die Veröffentlichung der Subscription Edition dient auch als Angleichung an das Produkt SharePoint Server SE, das bereits seit einiger Zeit im Abo-Modell erhältlich ist. Darüber hinaus wird auch Skype for Business Server als SE erscheinen.
Mit diesem Schritt bewegt sich Microsoft weg vom bisherigen Versionszyklus hin zu einem „versionslosen“ Produkt mit regelmäßigen Updates im Rahmen der Modern Lifecycle Policy.
Die Änderungen sind jedoch nicht nur lizenzrechtlicher oder technischer, sondern auch preislicher Natur. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung im Juli kündigte Microsoft auch Preiserhöhungen für eine Reihe von Produkten an.
So sollen ab Juli 2025 alle eigenständigen On-Premises-Serverprodukte (SharePoint Server, Exchange Server sowie Skype for Business Server) rund 10% mehr kosten. Die Preise für die Core CAL- bzw. Enterprise CAL-Suiten, die die entsprechenden Zugriffslizenzen für diese Produkte enthalten, sollen um 15% bzw. 20% steigen.
Lizenzierung
Die Lizenzierung von Exchange Server SE entspricht weitestgehend der von Exchange Server 2019 mit der Ausnahme, dass der einmalige Erwerb von Einzellizenzen nicht mehr möglich ist.
Für die Lizenzierung stehen den Kunden zukünftig zwei Optionen zur Verfügung:
- Exchange Server SE Serverlizenzen und CALs inklusive einer Software Assurance (SA).
- Cloud-Abonnementlizenzen für alle Nutzer und Geräte, die auf Exchange Server SE zugreifen (z. B. Microsoft 365 E3/E5. Bei Erwerb über Enterprise Agreement oder MPSA sind erweiterte Nutzungsrechte enthalten, sodass keine Serverlizenzen benötigt werden).
Veröffentlichungen
Im Zusammenhang mit der Ankündigung von Exchange Server SE hat Microsoft eine Roadmap für das Jahr 2025 zur Verfügung gestellt:
Februar 2025
- Exchange Server 2019 CU15 (Cumulative Update)
- Letztes kumulatives Update für Exchange Server 2019
- Diese Version bietet eine Code-Parität mit Exchange Server SE RTM
Juli 2025
- Exchange Server SE RTM (Ready to Manufacturing)
- Erste veröffentlichte Version von Exchange Server SE
- In-Place-Upgrade von Exchange Server 2019 CU14 oder CU15 möglich.
Ende 2025
- Exchange Server SE CU1
- Erstes kumulatives Update für Exchange Server SE
- Zukünftige Updates werden nur noch für Exchange Server SE veröffentlicht.
Koexistenz verschiedener Versionen
Änderungen hat Microsoft auch in Bezug auf den gleichzeitigen Einsatz von Exchange Server mit älteren Versionen vorgenommen. Während es in der Vergangenheit möglich war, ältere oder nicht mehr unterstützte Versionen innerhalb einer Organisation zusammen mit neueren Versionen von Exchange Server zu betreiben, wird dies in Zukunft eingeschränkt.
- Mit der Installation von Exchange Server 2019 CU15 und Exchange Server SE RTM wird die Koexistenz mit Exchange Server 2013 blockiert.
- Exchange Server 2016 und 2019 können parallel zu Exchange Server SE RTM betrieben werden.
- Mit dem Erscheinen von Exchange Server SE CU1 wird die Koexistenz zu allen nicht mehr unterstützten Versionen (inklusive Exchange Server 2019 CU15) blockiert.
Umstieg auf Exchange Server SE
Je nachdem, welche Version von Exchange Server noch im Einsatz ist, gibt es zwei Möglichkeiten, ein Upgrade auf Exchange Server SE durchzuführen.
Legacy-Upgrade
Dies ist die klassische Art der Migration. Im Unternehmen wird ein neuer Server eingeführt. Postfächer und Ressourcen werden von älteren Servern auf den neuen Server verschoben und die alten Server anschließend deinstalliert.
In-Place-Upgrade
Das Upgrade wird direkt auf dem Server installiert, ähnlich der Installation eines kumulativen Updates.
Die folgende Abbildung zeigt, über welche Wege ein Upgrade auf Exchange Server SE durchgeführt werden kann:

Fazit
Mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Exchange Server Subscription Edition sowie dem Support-Ende im Oktober hat Microsoft die Produktauswahl beim Kauf deutlich vereinfacht.
Die Umstellung auf Abonnement-basierte Modelle macht einmal mehr deutlich, dass Microsoft den einmaligen Kauf seiner Produkte sukzessive zurückfährt und damit den bisher eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzt.
Wir hoffen, Ihnen mit diesem Artikel einen hilfreichen Überblick über den kommenden Exchange Server SE gegeben zu haben. Wenn Sie sich über weitere Microsoft-Themen informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an einer unserer regelmäßig stattfindenden Microsoft-Lizenz-Pro (MLP)-Schulungen.
Für eine lizenzrechtliche Beratung oder Fragen zur Lizenz- und Vertragsoptimierung stehen Ihnen die Lizenzkönner gerne zur Verfügung.




















