17.02.2025
Supportende für Windows 10 – Welche Optionen haben Sie?

Am 14. Oktober 2025 endet nach mehr als zehn Jahren der Support für Windows 10. Dies ist sowohl für Privatanwender als auch für Unternehmen, die nach wie vor mit diesem Betriebssystem arbeiten, ein bedeutender Einschnitt. Microsoft verfolgt mit diesem Schritt das Ziel, die Nutzer zum Umstieg auf das neuere Windows 11 zu bewegen.
Doch welche Auswirkungen hat das Supportende und welche Optionen stehen den Anwendern zur Verfügung? In unserem heutigen Blogbeitrag gehen wir auf diese Fragen ein.
Hintergrund
Windows 10 wurde im Jahr 2015 veröffentlicht und erfreute sich schnell großer Beliebtheit. Es bot eine Mischung aus neuen Funktionen und bewährten Elementen aus früheren Versionen wie Windows 7 und XP. Gleichzeitig wurden umstrittene Neuerungen wie das Startmenü von Windows 8 wieder rückgängig gemacht. Dementsprechend hatte es der Nachfolger Windows 11, der 2021 auf den Markt kam, von Anfang an schwer, Windows 10 abzulösen.
Die Entscheidung Microsofts, den Support für Windows 10 einzustellen und damit den Umstieg der Nutzer auf Windows 11 aktiv zu forcieren, erscheint auf den ersten Blick etwas gezwungen, ist aber angesichts der Supportdauer früherer Windows-Versionen nicht ungewöhnlich.
Viel wichtiger sind hier die Auswirkungen, die dieses Supportende für die Anwender hat. Denn ab dem Stichtag 14. Oktober 2025 werden sowohl Privatnutzer als auch Unternehmen, die bei Windows 10 bleiben, keine Sicherheitsupdates mehr erhalten und damit enormen Sicherheitsrisiken wie Cyberangriffen ausgesetzt sein.
Angesichts des weltweiten Marktanteils von über 60 Prozent, den Windows 10 nach wie vor hält, dürfte dies insbesondere IT-Experten beunruhigen. Nach aktuellen Schätzungen des IT-Sicherheitsunternehmens Eset laufen allein in Deutschland derzeit noch rund 32 Millionen PCs mit Windows 10.
Wechsel zu Windows 11
Der naheliegendste Schritt wäre der Umstieg auf das aktuelle Microsoft-Betriebssystem Windows 11. Denn grundsätzlich sind sich die beiden Betriebssysteme ähnlicher als es auf den ersten Blick erscheint, zumal Windows 11 im Kern auf Windows 10 basiert, was sich auch in der Microsoft-internen Versionsnummer widerspiegelt.
Die Unterschiede liegen dabei in einigen mehr oder weniger umstrittenen Details, die Nutzer beim Umstieg vor Herausforderungen stellen können.
Der augenfälligste Unterschied ist dabei zunächst die neue Benutzeroberfläche, die einen deutlich moderneren Eindruck macht, aber auch dazu führt, dass bestimmte Bedienelemente und Funktionen nicht mehr dort zu finden sind, wo man sie bisher gewohnt war. Dies erfordert eine gewisse Umgewöhnung, ist aber bei einem Wechsel des Betriebssystems nicht ungewöhnlich und auch historisch betrachtet bei Versionswechseln von Windows nichts Neues.
Grundsätzlich ist ein Upgrade auf Windows 11 möglich, sofern u.a. die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
- Windows 10 ab Version 2004
- Trusted Platform Module (TPM) ab Version 2.0
- ein kompatibler 64-Bit-Prozessor
Insbesondere die letzten beiden Punkte können die Anwender älterer Geräte vor Probleme stellen, wenn die CPU nicht mehr unterstützt wird oder kein TPM 2.0 Modul vorhanden ist. Neue und unter Umständen teure Hardware müsste entsprechend angeschafft werden, um Windows 11 überhaupt nutzen zu können. Ältere, aber noch lauffähige Hardware verkommt hingegen zu Elektroschrott.
Eine weitere kontroverse Entscheidung von Microsoft ist der verstärkte Fokus auf die KI-Lösung Copilot. Mit jeder neuen Version von Windows 11 wird die KI immer tiefer in das System integriert und bleibt damit auf lange Sicht nicht nur eine Option. Auch bei der kommenden neuen Funktion Microsoft Recall, die Nutzern dabei helfen soll, ihre Arbeitsschritte leichter zurückzuverfolgen, schlagen Datenschützer Alarm, da hierfür in regelmäßigen Abständen ein Screenshot vom Desktop des Nutzers erstellt wird.
Wer über die entsprechende Hardware verfügt und sich an den neuen Funktionen nicht stört, kann ein kostenloses Upgrade von Windows 10 in der Home- oder Pro-Edition auf Windows 11 durchführen.
Unternehmenskunden, die derzeit Windows 10 in der Enterprise-Edition nutzen, können im Rahmen einer aktiven Software Assurance ein Upgrade auf Windows 11 Enterprise durchführen. Da es sich bei der Enterprise-Edition um eine Upgrade-Lizenz aus einem Volumenlizenzvertrag handelt, wird für die Nutzung ein qualifizierendes Betriebssystem vorausgesetzt. Der Erwerb kann über die Volumenlizenzverträge Open Value, Enterprise Agreement, MPSA oder MCA in einem nutzer- oder gerätebasierten Lizenzmodell erfolgen.
Alternativen
Eine weitere Möglichkeit für Windows 10 Nutzer, die den Umstieg auf Windows 11 scheuen, wäre der Wechsel zu einem anderen Betriebssystem wie Linux oder MacOS von Apple. Dieser Schritt hat den großen Vorteil, die Abhängigkeit vom Microsoft-Kosmos deutlich zu verringern, bringt aber auch einige Probleme mit sich.
Eine dieser Herausforderung ist die Umstellung auf ein völlig anderes Betriebssystem, die in diesem Fall sogar noch größer ist als beim Wechsel von Windows 10 auf Windows 11.
Im Falle von Linux muss man zudem mit der Einschränkung leben, dass die meisten aktuellen Microsoft-Produkte aber auch Software anderer Hersteller (z. B. Adobe) nicht unter Linux laufen. Zwar gibt es gute Open-Source-Alternativen, diese decken aber möglicherweise nicht alle Nutzerbedürfnisse vollständig ab. Für Anwender, die sich von diesen Einschränkungen nicht abschrecken lassen, bietet Linux den Vorteil einer geringen Abhängigkeit von großen Konzernen und die Möglichkeit, auch in die Jahre gekommene Hardware weiter zu nutzen.
Bei einem Umstieg auf MacOS haben Anwender in der Regel Zugang zu den meisten Lösungen der großen Softwarehersteller, da diese oft auch in einer MacOS-Version angeboten werden. Der Nachteil ist aber, dass man sich mit Apple letztlich in die Abhängigkeit eines anderen großen Konzerns begibt. Auch die Kosten eines solchen Wechsels sind nicht zu unterschätzen, da MacOS nur auf der recht teuren Apple-Hardware läuft und diese neben benötigter Software entsprechend angeschafft werden müsste.
Verbleib auf Windows 10
Was passiert aber, wenn Nutzer nicht auf Windows 11 oder eine der anderen Alternativen umsteigen, sondern bei Windows 10 bleiben?
Zunächst wird Windows 10 auch nach dem 14. Oktober weiterhin nutzbar sein. Mit dem Ende des Supports werden in erster Linie keine Aktualisierungen mehr für Windows 10 bereitgestellt. Dies betrifft auch das Schließen von Sicherheitslücken in Form von Sicherheitsupdates. Diese Sicherheitslücken werden zunehmen, da Cyberangreifer mit der Zeit immer neue Hintertüren finden werden, die das System angreifbar machen.
Sollte man also künftig ganz auf Windows 10 verzichten? Nicht unbedingt. Denn Microsoft hat für das Supportende ein kleines Hintertürchen offengehalten.
Über das kostenpflichtige Programm „Windows 10 Extended Security Updates (ESU)“ bietet Microsoft seinen Kunden die Möglichkeit, Windows 10 auch über den Stichtag des Supportendes hinaus für maximal drei weitere Jahre zu nutzen.
Dabei ist vorgesehen, dass die erweiterten Sicherheitsupdates für 61 US-Dollar pro Gerät für das 1. Jahr erworben werden können. Für jedes weitere Jahr verdoppelt sich dieser Preis entsprechend für maximal 3 Jahre. Spätestens nach diesen 3 Jahren ist dann aber endgültig Schluss.
Fazit
Das Supportende für Windows 10 stellt viele Anwender vor Herausforderungen – sei es aufgrund technischer Hürden oder finanzieller Überlegungen. Ein frühzeitiges Auseinandersetzen mit den möglichen Optionen hilft dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Ob ein Umstieg auf Windows 11, ein kompletter Wechsel zu einem anderen Betriebssystem oder der Verbleib bei Windows 10 die richtige Wahl ist, hängt letztendlich von den individuellen Bedürfnissen der Anwender ab. Wichtig ist es jedoch, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um in Zukunft sicher und effizient arbeiten zu können.
Wir hoffen, Ihnen mit diesem Artikel einen guten Überblick über das bevorstehende Supportende von Windows 10 gegeben zu haben. Wenn Sie mehr über Microsoft-Produkte und Ihre Lizenzierung erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an unserem Microsoft Lizenz-Pro (MLP) Training. Die Termine finden sie hier auf unserer Webseite.
Für eine lizenzrechtliche Beratung oder Fragen zu Lizenz- und Vertragsoptimierungen stehen Ihnen die Lizenzkönner gerne zur Verfügung.




















