16.12.2024
Windows Server 2025 – Evolution statt Revolution

Nur kurz nach der Einführung von Office 2024 folgte im November 2024 schon die nächste große Veröffentlichung aus dem Hause Microsoft: Windows Server 2025. Die neue Version bringt zwar einige technische Neuerungen mit sich, baut aber im Wesentlichen auf ihrem Vorgänger auf. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich jedoch beim Preis, den Microsoft um etwa 10% angehoben hat.
In unserem heutigen Beitrag gehen wir den wichtigsten Neuerungen auf den Grund. Wir zeigen Ihnen, welche Features hinzugekommen sind, welche gestrichen wurden und wie sich die Lizenzierung im Vergleich zum Vorgänger gestaltet.
Neuerungen im Überblick
Windows Server 2025 setzt auf Evolution statt Revolution. Während grundlegende Eigenschaften bestehen bleiben, bietet die neue Version innovative Funktionen wie Hotpatching und flexible Lizenzierungsoptionen wie Pay As You Go, um den Anforderungen moderner IT-Infrastrukturen gerecht zu werden.
Hotpatching
Eine der wichtigsten Neuerungen in Windows Server 2025 ist das sogenannte Hotpatching. Diese Funktion ermöglicht es Administratoren, Sicherheitsupdates nahtlos im laufenden Betrieb zu installieren, ohne die Server neu starten zu müssen. Dies führt zu einer signifikanten Reduzierung von Ausfallzeiten und bietet mehr Flexibilität bei der Planung von Wartungsarbeiten.
Das Hotpatching-Konzept basiert auf einem quartalsweisen Zyklus mit sogenannten Baseline-Updates. Diese Baseline-Updates, die alle drei Monate veröffentlicht werden, enthalten umfassende Änderungen und erfordern einen Neustart. Zwischen den Baseline-Updates werden monatlich Hotpatches bereitgestellt, die inkrementelle Sicherheitsverbesserungen enthalten und ohne Neustart installiert werden können.

Entfernte Features
Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Windows Server werden mit jeder neuen Version in der Regel neue Funktionen eingeführt. Gelegentlich werden aber auch Funktionen entfernt, die nicht mehr zeitgemäß sind oder durch bessere Alternativen ersetzt wurden. Windows Server 2025 ist hier keine Ausnahme. So wurden beispielsweise das altbekannte Wordpad sowie die SMTP-Serverfunktionen aus dem Funktionsumfang entfernt.
Eine detaillierte Liste aller entfernten oder nicht mehr weiterentwickelten Funktionen finden Sie unter folgendem Link:
Remote Desktop Services
Ursprünglich gab es Spekulationen, dass die Remote Desktop Services in Windows Server 2025 nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Diese Befürchtungen haben sich jedoch nicht bestätigt. Die RDS-Funktionalität ist weiterhin vollumfänglich integriert und erlaubt es Unternehmen, virtuelle Desktops und Anwendungen bereitzustellen.
Für die Zugriffe werden weiterhin RDS CALs (pro Gerät oder pro User) benötigt.
Support
Wie seine Vorgänger unterliegt auch Windows Server 2025 einer festen Support-Richtlinie. Der Mainstream-Support endet im Oktober 2029. Bis Oktober 2034 erhält das Betriebssystem darüber hinaus einen erweiterten Support (Extended Support).
Auch für die Nutzung der aktuellen Office-Version in Verbindung mit Windows Server gilt ein fünfjähriger Supportzeitraum. Eine detaillierte Übersicht über alle Supportphasen finden Sie in der entsprechenden Support-Matrix.
Lizenzierung
Die Lizenzierung von Windows Server 2025 bleibt im Wesentlichen unverändert. Je nach Bedarf stehen die Editionen Standard, Datacenter und Essentials zur Auswahl.
Physische Core-Lizenzierung
Standard und Datacenter werden nach dem Core/CAL-Modell lizenziert. Pro Prozessor sind mindestens 8 Core-Lizenzen, pro Server mindestens 16 erforderlich. Die Anzahl der zulässigen virtuellen Maschinen ist editionsabhängig (2 bei Standard, unbegrenzt bei Datacenter). Für den Zugriff sind Device- oder User-CALs notwendig.
In der Essentials-Edition wird der Server als Ganzes lizenziert und erfordert keine zusätzlichen CALs. Die Zugriffe sind auf 25 Nutzer und 50 Geräte beschränkt.
Lizenzierung einzelner virtueller Maschinen
Neben der physischen Core-Lizenzierung besteht die Möglichkeit, einzelne virtuelle Maschinen nach den zugewiesenen virtuellen Kernen (vCores) zu lizenzieren. Auch hier gilt eine Mindestanzahl von 8 Corelizenzen pro virtuelle Maschine. Diese Option setzt eine aktive Software Assurance oder eine Server Subscription voraus.
Pay As You Go
Microsoft erweitert die Lizenzierungsoptionen für Windows Server 2025 um das Pay-As-You-Go-Modell – eine flexible Alternative zur traditionellen, dauerhaften Lizenz. Dieses Modell ermöglicht die nutzungsbasierte Abrechnung über ein Azure-Abonnement und wird über Azure Arc bereitgestellt. Es wird jeweils ein Abonnement pro Betriebssystemumgebung (OSE) angelegt.
Das Pay-As-You-Go-Modell ähnelt der Lizenzierung von Windows Server in Microsoft Azure, jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Server nicht in der Azure-Cloud, sondern in einer eigenen On-Premises-Infrastruktur betrieben werden.
Im Gegensatz zur unbefristeten Lizenzierung, bei der die Kosten je nach Edition (Standard oder Datacenter) variieren, gilt im Pay-As-You-Go-Modell ein einheitlicher Preis für beide Editionen. Zudem entfallen die Kosten für Clientzugriffslizenzen (CALs). Für die Nutzung der Remote Desktop Services (RDS) sind jedoch weiterhin RDS-CALs erforderlich.
System Center 2025
Zeitgleich mit der Veröffentlichung von Windows Server 2025 hat Microsoft auch das neue System Center 2025 eingeführt. Neben technischen Neuerungen und ebenfalls einer Preiserhöhung von 10% bleibt das Lizenzierungsmodell im Vergleich zur Vorgängerversion 2022 unverändert.
System Center 2025 ist weiterhin in den Editionen Standard und Datacenter erhältlich, die sich primär durch ihre Virtualisierungsrechte unterscheiden. Es werden keine direkten System Center Lizenzen benötigt, stattdessen werden Managementlizenzen für die zu verwaltenden Server (SML) und Clients (CML) erworben. Die Servermanagement-Lizenzierung basiert auf der Anzahl physischer Kerne, mit einem Minimum von 8 SML pro Prozessor und 16 SML pro Server.
Wir hoffen, Ihnen mit diesem Beitrag einen hilfreichen Überblick über die Neuerungen in Windows Server 2025 und dessen Lizenzierung verschafft zu haben.
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